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Was Treibt Uns An?
Dritter von links: Vorstand und Geschäftsführer Andreas Karau. Von links vordere Reihe: Hermann Däweritz (20 Jahre), Sepp Ramstetter (30 Jahre), Ingrid Loibl (20 Jahre), Heidi Rahm (15 Jahre). Obere Reihe von links: Stefan Rösler, Dieter Wenzler (15 Jahre), Brigitte Lehner (25 Jahre), Iris Rehrl (20 Jahre)

Was treibt uns an?

Gottesdienst zur Ehrung langjähriger Mitarbeiter der Diakonie ı Fachbereichsleiter Stefan Rösler für neue Aufgabe gesegnet

Bei einem feierlichen Gottesdienst mit Pfarrerin Susanne Vogt und Dekan Peter Bertram in der evangelischen Erlöserkirche in Mühldorf ehrte die Diakonie in Südostoberbayern langjährige Mitarbeiter. Im Anschluss wurde Stefan Rösler für seinen Dienst als neuer Leiter des Fachbereichs Sozialpsychiatrie gesegnet. Für die kraftvolle musikalische Gestaltung sorgte das Ensemble Pentasax.

„Was treibt Sie an?“, fragte Dekan Peter Bertram in seiner Ansprache beim Gottesdienst. Die Frage traf den Kern der Veranstaltung, denn wie sonst ist es zu erklären, dass sich Mitarbeitende über 15, 20, 25 und 30 Jahre hinweg mit Leib und Seele in den Dienst der Diakonie stellen. Äußere und innere Antreiber gebe es viele, stellte Bertram fest. Das könne der Status, der Chef oder der Wunsch sein, ganz vorne zu stehen, als perfekt zu gelten und allseits beliebt zu sein. Dabei machten uns unzählige zusätzliche Aufgaben und Anforderungen, wie Dokumentationspflichten, Bestimmungen des Datenschutzes und der stetig steigende Zeitdruck oft zu Getriebenen. Umso entscheidender sei daher die Frage, welcher Geist uns antreibt. Gottes Geist lasse sich weder einsperren noch verwalten. Er bringe Bewegung, sage ja zum Leben und könne begeistern. „An Pfingsten feiern Christen Gottes guten Geist, der Menschen zueinander kommen und spüren lässt, dass das Leben lebenswert ist und wir alle Gottes Kinder sind“, versprach Bertram. Und dieser Geist sei auch im langjährigen Wirken der heute zu Ehrenden spürbar.

Die große Vielfalt in der Diakonie hob Vorstand und Geschäftsführer Andreas Karau hervor. So sei die Diakonie in Südostoberbayern ein Komplexanbieter, der Menschen in den unterschiedlichsten Lebensphasen begleite. Diese Vielfalt biete den Mitarbeitenden die Chance, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu stützen und immer wieder Neues kennenzulernen. Gemeinsam bildeten sie eine Dienstgemeinschaft, die es ermögliche, Menschen auf der Basis christlicher Werte zu befähigen, zu stärken und zu begleiten. Er dankte den langjährigen Mitarbeitenden für die fachliche Kompetenz und Tatkraft, für die jahrelange Treue und „manchmal auch für das Aushalten“.

Dekan Peter Bertram segnet Stefan Rösler für seinen Dienst. Von links: Professor Heiner Keupp, Sepp Ramstetter, Stefan Rösler, Andreas Karau, Peter Bertram.

Dekan Peter Bertram segnet Stefan Rösler für seinen Dienst. Von links: Professor Heiner Keupp, Sepp Ramstetter, Stefan Rösler, Andreas Karau, Peter Bertram.

Im Anschluss an die Ehrungen wurde Stefan Rösler für seinen Dienst als neuer Fachbereichsleiter Sozialpsychiatrie gesegnet. In seiner kurzen Vorstellung hob der 43-jährige Sozialarbeiter hervor, was seiner Erfahrung nach für Menschen das Wichtigste ist: „Es geht um gelingende Beziehungen“. Und genau das sei der wesentliche Inhalt sozialer Arbeit. Das Zusammenkommen und Erkennen, dass das Zusammenwirken im Ganzen eben mehr ist als die verschiedenen einzelnen Teile. Das gelte für das Zusammenleben in seiner Familie mit den zwei Kindern ebenso wie für die Arbeit. Dabei zeigte sich Rösler beeindruckt davon, was in der Diakonie auf allen Ebenen geleistet werde. „Es ist ein Glück, hier arbeiten zu können“, so sein bisheriger Eindruck.

Bezirksrätin Claudia Hausberger dankte den Mitarbeitenden der Diakonie für ihren Einsatz und wünschte Stefan Rösler für seine neue Aufgabe vor allem Gelassenheit, Gesundheit und Mut. Dazu erhoffe sie sich weiterhin viele gute Ideen für die Sozialpsychiatrie in der Region, denn „bei alledem stehen die Menschen im Fokus, für die wir aktiv werden: Sie in der Sozialpsychiatrie in den Landkreisen Mühldorf und Altötting, ich im Bezirk.“ In diesem Sinne wünsche sie sich einen offenen Austausch, kurze Wege und eine gute Zusammenarbeit. Genau so habe sie bisher die Diakonie vor Ort erlebt, als zuverlässigen und fachkompetenten Partner. „Wir sind froh, dass Sie an unserer Seite sind“, bekräftigte Hausberger.

 

„Kämpft für die Menschen“, forderte Professor Heiner Keupp.

„Kämpft für die Menschen“, forderte Professor Heiner Keupp.

Vor seiner Tätigkeit beim Diakonischen Werk war Stefan Rösler als Leiter der regionalen Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern tätig. „Für diese Tätigkeit habe ich ihn bewundert“, begann Professor Heiner Keupp sein Grußwort. Professor Keupp, unter anderem eine Koryphäe der modernen Sozialpsychiatrie in Deutschland, erhielt 2008 die Bayerische Staatsmedaille für soziale Dienste. „Diese hätte ich zurückgegeben, wenn das neue Psychiatriegesetz wie ursprünglich geplant umgesetzt worden wäre“, betonte Keupp. Wir leben in einer ungeheuren Beschleunigungsdynamik. Der gesellschaftliche Druck, eine „Gesellschaft 4.0“, erschwere Inklusion. Wenn jedoch Fachkräfte wie Stefan Rösler Verantwortung für die Sozialpsychiatrie übernehmen, sei er sich gewiss, dass die Bedarfe der Menschen im Fokus bleiben. „Kämpft für die Menschen“, gab er den Anwesenden mit auf den Weg, „dann kann ich sagen, ich habe meinen Kampf für die Menschen in gute Hände weitergegeben.“

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