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Dietrich-Bonhoeffer-Preis 2019: Den Ersten Preis Teilten Sich Die Staatliche Realschule Trostberg Und Johanna Weinzierl Vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut
Johanna Weinzierl (Mitte) engagiert sich im Wahlkurs „Soziales Engagement“ schon seit Jahren ganz vorbildlich, wie Lehrerin Christina Falter in ihrer Vorstellung ganz beeindruckt schilderte: im Bild von links Festredner Gottfried Stritar, Christina Falter, Johanna Weinzierl, Schulreferentin Gabriele Hofmann und Diakonie-Vorstand Andreas Karau.

Dietrich-Bonhoeffer-Preis 2019: Den ersten Preis teilten sich die Staatliche Realschule Trostberg und Johanna Weinzierl vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut

Die große Gruppe, die den Dietrich-Bonhoeffer-Preis entgegennahm, ist sinnbildlich für die vielen Schüler, die sich in das Sozialprojekt der Realschule Trostberg einbringen. Mit dabei waren auch Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung, die ebenfalls in das Projekt mit eingebunden sind.

Die große Gruppe, die den Dietrich-Bonhoeffer-Preis entgegennahm, ist sinnbildlich für die vielen Schüler, die sich in das Sozialprojekt der Realschule Trostberg einbringen. Mit dabei waren auch Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung, die ebenfalls in das Projekt mit eingebunden sind.

„Junge Menschen, die sich für andere stark machen“, wie Diakonie-Vorstand Andreas Karau sagte, standen im Mittelpunkt einer Feierstunde am Mittwochabend im Saal des Wilhelm-Löhe-Zentrums in Traunreut. Acht Gruppen beziehungsweise Einzelpersonen wurden mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Preis ausgezeichnet, den die Förderstiftung des Diakonischen Werks Traunstein alle zwei Jahre auslobt. Den ersten Preis, mit je 400 Euro dotiert, teilten sich die Staatliche Realschule Trostberg und Johanna Weinzierl vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium (JHG) Traunreut.
Andreas Karau hob an dem Projekt der Trostberger Realschule vor allem dessen Nachhaltigkeit hervor, da diese schon seit vielen Jahren laufen. Und darum geht es dabei: „Wir zeigen soziales Engagement“ ist ein soziales Projekt, das die Staatliche Realschule Trostberg in Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Seniorenheim „Pur Vital“, dem Integrationskindergarten Trostberg und der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Traunstein anbietet. Der Beginn des Projekts liegt schon gut zehn Jahre zurück: Damals hatten sich die Schüler der 9. Klasse Gedanken gemacht, wie sie sich sozial engagieren können, und dann damit begonnen, die Bewohner des Seniorenheims zu besuchen.
Religionslehrerin Susanne Schmid stellte bei der Preisübergabe die Aktionen vor: Zunächst wurde im Seniorenheim gemeinsam den Bewohnern gesungen. Dann entstand im Laufe der Zeit der Gedanke, diese Treffen zu erweitern, so dass dieses Projekt zu einer festen Größe im Angebot der Realschule wurde. Die Besuche finden seitdem alle zwei Wochen statt; daran beteiligt sind immer etwa 15 Schüler. Im Seniorenheim werden die folgenden Aktivitäten angeboten: Spielen, Basteln, Plätzchenbacken, Singen, Anfertigen von Osterkerzen und anderes mehr. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, gemeinsam zu spielen.
Ähnlich bei der Offenen Behindertenarbeit: Hier wird ebenfalls gebastelt, Weihnachtsfeiern organisiert, gemeinsam die Eisdiele aufgesucht oder Minigolf gespielt. Und im Kindergarten wird natürlich auch gebastelt und gemalt, den Kindern wird vorgelesen, ein Picknick veranstaltet oder gemeinsam die Kneippanlage besucht. Das Interesse an diesem Projekt hat sich mittlerweile so gut entwickelt, dass laut Schmid sogar halbjährlich gewechselt wird, damit auch alle interessierten Schüler mitmachen können. Manche von ihnen besuchen sogar selbstständig die Senioren am Nachmittag aus eigener Initiative. Bei der Ehrung mit dabei waren auch Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung; und Mitarbeiterin Christine Göbl, die die Zusammenarbeit angeregt hatte, bedankte sich sehr für den Einsatz der Schüler, die immer wieder mal „für frischen Wind“ sorgten.

„Sie beeindruckt mich tief“
Einen weiteren ersten Preis erhielt Johanna Weinzierl vom JHG. Lehrerin Christina Falter stellte die sozial sehr stark engagierte Schülerin in lobenden Worten vor: „Sie beeindruckt mich tief durch die Art und Weise, wie sie sich in die Gemeinschaft einbringt.“ Angefangen hat Johannas Engagement, als im JHG 2015 ein Wahlkurs „Soziales Engagement“ eingerichtet wurde. Dieser Kurs richtete sich an Schüler, die bereit waren, sich für Projekte einzusetzen, die einem guten Zweck dienen, mit denen man anderen bedürftigen Menschen auf verschiedene Weise helfen konnte. Und die Schülerin, die seitdem an allen Aktionen dieses Kurses teilgenommen hat, ist Johanna Weinzierl.
Angeboten wurden Spielstunden für Flüchtlingskinder, man beteiligte sich an der Weihnachtsfeier der Traunreuter Brücke, packte Päckchen im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, bastelte Weihnachtsartikel zum Verkauf und spendete das dabei erwirtschaftete Geld für das Projekt einer ehemaligen Schülerin in Tansania. Kleider wurden sortiert, ebenfalls für die Brücke, und Aktionen der Traunreuter Feuerwehr unterstützt. Mitglieder des Kurses wurden auch dazu ausgebildet, als Animateure das Spielmobil des Jugendzentrums zu begleiten. Später kam zum Programm des Kurses noch dazu, sich um die Schüler des Wilhelm-Löhe-Zentrums zu kümmern, die Mitglieder der Schulgemeinschaft am Gymnasium wurden.
Johanna Weinzierl war und ist längst eine tragende Säule des Kurses, so Falter. „Mit grenzenloser Geduld und mit wohltuender Ruhe“ kümmere sie sich, mache vor und helfe weiter. Und bei alledem halte sie sich am liebsten im Hintergrund. Dabei sei es mit ihrem Engagement am Gymnasiums längst nicht getan: Vielmehr engagiert sich Johanna Weinzierl auch in der evangelischen Kirchengemeinde und an der Grundschule Nord. Falter hob ihre bescheidene Art hervor; dabei lasse sie sich aber auch nicht beirren, wenn sie von einigen Mitschülern „nicht wertgeschätzt“ werde.

 

Text: Hans Eder

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