Skip to content
Rosenheimer Straße 9 | 83278 Traunstein +49 861 9898 0
Die Aktiven des Reparaturcafés überreichten je 1.000 Euro in Vertretung von Josef Smolik (vorne, Dritter von links) von der AWO und Stefan Schirm (vorne, Dritter von rechts) von der Kolpingfamilie Trostberg an Streetworker Christian Wettengel (vorne, Vierter von links) und Waltraud Huber (vorne, Fünfte von links), Geschäftsbereichsleiterin "Flucht und Migration" der Diakonie Traunstein. Foto: Tine Limmer
Die Aktiven des Reparaturcafés überreichten je 1.000 Euro in Vertretung von Josef Smolik (vorne, Dritter von links) von der AWO und Stefan Schirm (vorne, Dritter von rechts) von der Kolpingfamilie Trostberg an Streetworker Christian Wettengel (vorne, Vierter von links) und Waltraud Huber (vorne, Fünfte von links), Geschäftsbereichsleiterin "Flucht und Migration" der Diakonie Traunstein. Foto: Tine Limmer

Reparaturcafé spendet 2.000 Euro

Von Tine Limmer

Trostberg.   Für viele ist das Reparaturcafé der AWO und Kolpingfamilie St. Andreas zur festen Institution am letzten Freitag im Monat geworden. Zahlreiche Helfer kommen und versuchen, kaputten Geräten neues Leben einzuhauchen.
Die Reparatur kostet dabei grundsätzlich nichts, jedoch freuen sich alle, wenn Besucher das Unternehmen „Reparatur“ mit einer kleinen Spende unterstützen. Dieses Geld behalten die Macher nicht etwa selbst, sondern geben es in regelmäßigen Abständen an lokale Initiativen weiter.
Anfang Juli erhielt Streetworker Christian Wettengel vom Sozialraum Trostberg und Waltraud Huber, Geschäftsbereichsleiterin Flucht und Migration im Diakonischen Werk Traunstein, jeweils einen Betrag von 1.000 Euro. In ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten erlebt Waltraud Huber immer wieder existenzielle Nöte, wenn Lücken in der amtlichen Versorgung allzu groß werden und nicht überwindbar sind. Mit der Spende möchte sie in Zusammenarbeit mit Asylsozialberater Friedel Bürgel-Goodwin, der im Trostberger Sozialraum tätig ist, mit Kleinbeträgen auf Gutscheinbasis erste Not lindern. Dazu zählen Hygieneprodukte für Kinder und Erwachsene, aber auch Lebensmittelgutscheine.
Welche Organisation mit einer Spende bedacht wird, wenn wieder genügend Geld zusammengekommen ist, stimmen die Reparateure jedes Mal neu ab . Diese beiden Projekte fanden alle durchaus unterstützenswert.

Auch die Personen, die ein Stück zur Reparatur bringen, werden über die Spendenweitergabe informiert und finden die Sache gut. Noch besser jedoch ist es für sie selbst, wenn ihr kaputtes Lieblingsteil wieder zu neuem Leben erwacht. So wie bei Maria Neuleitner aus Taufkirchen, die eine alte Puppe mitgebracht hat. Die Porzellanhände und Füße waren nicht mehr am Stoffkörper angenäht und wanderten in die fachkundigen Hände von Martina Knott, die sich schon mehrfach als versierte Puppendoktorin erwiesen hat. Neuleitner hat über ihre Schwester vom Reparaturcafé erfahren und auch gleich noch den Videorecorder ihrer Freundin mitgebracht. „Ich bin begeistert von der Reparaturstube und dem Angebot mit Kaffee und Kuchen“, schwärmt sie. Da ihre Puppe, die sie von ihrer Mutter erhalten hat, wieder vollständig genesen ist, hat sich die Fahrt für sie allemal gelohnt.
Beim letzten Reparaturcafé konnten Josef Smolik und Stefan Schirm trotz großer Hitze draußen 55 Anmeldungen verzeichnen. Smolik, der jedes Mal eine Statistik erstellt, führte auf, dass 39 Stücke erfolgreich bearbeitet wurden. Unter anderem eine Fahrradtasche, drei schöne Wanduhren, eine Heckenschere, eine Lichterkette und drei Nähmaschinen. Eine mitgebrachte Uhr, ein Staubsauger und ein Spiralschneider waren in Ordnung, mussten nur nach dem heimischen Reparaturversuch richtig zusammengebaut werden oder benötigten die richtige Bedienung. Sieben Reparaturen waren aus technischen Gründen nicht mehr möglich. Bei einem Nachtlicht mit Bewegungsmelder konnte zumindest die Fehlerquelle eingegrenzt werden. „Durch die hochintegrierte Bauweise bei modernen Elektrogeräten kann da meist nichts „repariert“ werden und ein Platinenaustausch ist – wenn überhaupt möglich und das Ersatzteil noch erhältlich – in der Regel teuer“, so Smolik. Bei einem I-Pad, einem Spielzeughubschrauber, einem Kopfhörer und einer Funkuhr war jede Hilfe zu spät. Sie müssen nun im Wertstoffhof fachkundig entsorgt werden.

Das nächste Reparaturcafé findet am Freitag, 31. Juli, von 15 bis 17 Uhr im Pfarrsaal St. Andreas Trostberg statt. Und wie immer wird auch dann versucht, alle Geräte zu reparieren, die ein professioneller Reparaturdienst aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr instand setzen könnte, egal ob Elektrogeräte, Computer, Fahrräder, Textilien, Holz- und Metallobjekte oder Modeschmuck. Das Team schließt jedoch Kühlschränke, Fernseher, Mikrowellen, Waschmaschinen und Wäschetrockner von der Reparatur aus. Auch Hausbesuche werden nicht angeboten.

 

An den Anfang scrollen