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Care Table im Seniorenzentrum Wartberghöhe
Care Table im Seniorenzentrum Wartberghöhe
Beim Bewegungsprogramm am Care Table machte Diakon Martin Neukamm, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, gleich mit.
Wohnküchen Chiemgau-Stift
Pflegedienstleiter Marco Gahut (zweiter von rechts) erläutert das Wohnküchenkonzept des Chiemgau-Stifts.
Präsentation
Fachbereichsleiter Markus Schneider informiert über die nächsten innovativen Projekte, die bereits geplant sind.
Care Tabel
Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenzentrums Wartberghöhe freuen sie sich über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Care Tables. Von links: Michael Väth (Stiftungsbeirat), Diakon Martin Neukamm (Vorsitzender des Stiftungsvorstands), Markus Schneider (Fachbereichsleiter Seniorenhilfe), Michael Schnappinger (Einrichtungsleiter), Andreas Karau (Diakonie-Vorstand), Heike Winkler (Stiftungsvorständin) sowie Ines und Dr. Jochen Imhoff (beide Stiftungsbeirat).
Care Table im Chiemgau-Stift Inzell
Freude über die Care Table im Chiemgau-Stift. Von links: Diakon Mathias Kippenberg (Stiftungsvorstand), Marco Gahut (Pflegedienstleiter), Michael Väth (Stiftungsbeirat), Ines und Dr. Jochen Imhoff (beide Stiftungsbeirat), Diakon Martin Neukamm (Vorsitzender des Stiftungsvorstands), Andreas Karau (Diakonie-Vorstand), Heike Winkler (Stiftungsvorständin) und Markus Schneider (Fachbereichsleiter Seniorenhilfe).
Care Table im Seniorenzentrum WartberghöheWohnküchen Chiemgau-StiftPräsentationCare TabelCare Table im Chiemgau-Stift Inzell

„Ein Segen für die beiden Seniorenzentren!“

Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung fördert die Anschaffung zweier Care Tables mit 4.810 Euro

Seit vielen Jahren ermöglicht die Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung innovative Projekte in der stationären Altenhilfe. Davon profitieren insbesondere das Chiemgau-Stift Inzell und das Seniorenzentrum Wartberghöhe der Diakonie in Traunstein. In diesem Jahr erstattete die Stiftung den Eigenanteil für die Anschaffung zweier Care Tables in Höhe von 4.810 Euro. Bei einem Besuch in den Einrichtungen machte sich der Stiftungsvorstand selbst ein Bild vom Nutzen und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Aktivitätstische. „Ihre Unterstützung ist ein Segen für die beiden Seniorenzentren“, betonte Diakonie-Vorstand Andreas Karau beim Rundgang.

Die Stiftung wurde 2005 auf Initiative des Ehepaars Ines und Dr. Jochen Imhoff gemeinsam mit der Stifterin Edith Seidel gegründet. Hintergrund war die zunehmend schwierige Finanzierung der stationären Altenhilfe bei gleichzeitig steigendem Unterstützungsbedarf infolge der demografischen Entwicklung. Die Stiftung fördert vor allem innovative Projekte, die im Regelbetrieb kaum finanzierbar wären. Bewährte Ansätze sollen anschließend auch von anderen Einrichtungen übernommen werden können. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung größere Anschaffungen wie die Care Tables, wenn deren Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner den Aufwand rechtfertigt.

Care Table – ein digitaler Aktivitätstisch speziell für die Seniorenhilfe entwickelt

Ein Care Table ist ein digitaler Aktivitätstisch, der speziell für die Seniorenhilfe entwickelt wurde. Sein Angebot reicht von Biografiearbeit und Gedächtnistraining über Bewegungsübungen wie Yoga bis hin zu verschiedenen Spielen. Der Tisch ist beweglich, sein Bildschirm lässt sich sowohl senkrecht als auch waagerecht nutzen. Die gemeinsamen Aktivitäten fördern den Austausch untereinander und sprechen die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner an.

Im Chiemgau-Stift Inzell und im Seniorenzentrum Wartberghöhe werden die beiden Geräte bereits intensiv genutzt. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sind sie sehr gefragt. Diese nutzen sie zusätzlich zu den gezielten Betreuungsangeboten auch selbstständig für kleine Spielrunden. Dazu kann der Tisch direkt in die Wohnbereiche gebracht werden. Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind, erlebten auch die Mitglieder des Stiftungsvorstands, die während der Besichtigung gleich zum Mitmachen eingeladen wurden. Zunächst stand Karaoke auf dem Programm: Bekannte Schlager erklangen, während auf dem Bildschirm die jeweiligen Textzeilen in großen, gut lesbaren Buchstaben erschienen. Alle beteiligten sich nach ihren individuellen Möglichkeiten mit großer Begeisterung. Anschließend galt es, Vogelstimmen zu erkennen und Blüten den passenden Pflanzen zuzuordnen. Zum Abschluss folgte ein Programm mit angeleiteten Körperübungen, das die Beweglichkeit fördern und den Kreislauf anregen sollte. Auch dabei machten die Gäste aktiv mit.

Die Mitglieder des Stiftungsvorstands zeigten sich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten beeindruckt und hörten interessiert von den Erfahrungen der Betreuungskräfte. „Die Beschäftigung mit dem Care Table ist bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sehr beliebt“, berichtete die Leitung der Betreuung, Stephanie Oppacher. Der spielerische Zugang und der gelegentliche, mit Humor ausgetragene Wettbewerb motivierten auch Menschen zum Mitmachen, die vergleichbare Angebote sonst entschieden ablehnten.

„Ein beeindruckendes Konzept!“

Im Chiemgau-Stift Inzell informierte sich der Stiftungsvorstand außerdem über die Entwicklung der Wohnküchen, deren Betrieb mithilfe der Stiftungsspenden intensiviert werden konnte. Pflegedienstleiter Marco Gahut erläuterte ihre Bedeutung für den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Wenn dort täglich frisch gekocht werde, sei bereits die Vorbereitung der Mahlzeiten wichtig. Manche säßen währenddessen gemütlich in der Wohnküche, läsen Zeitung und beobachteten das Geschehen. Andere wollten selbst mithelfen, beispielsweise beim Kartoffelschälen oder Gemüseschneiden. Spätestens wenn die Essensdüfte durch den Raum zögen, erinnere das viele an frühere Zeiten. Das trage wesentlich zu einem Gefühl der Vertrautheit und einer heimeligen Atmosphäre bei.

Um den Betrieb der insgesamt fünf Wohnküchen zu ermöglichen, seien sowohl die Initialförderung durch die Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung als auch Veränderungen bei der Dienstplangestaltung und in der Zusammenarbeit von Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft erforderlich gewesen, erläuterte Markus Schneider, Fachbereichsleiter Seniorenhilfe. Derzeit würden in den Wohnküchen im Erdgeschoss täglich 28 Mahlzeiten frisch zubereitet, in denen im Obergeschoss weitere 35.

Für das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner habe es sich zudem bewährt, die Wohngruppen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen kognitiven Möglichkeiten zusammenzustellen. Auch Tiere spielten eine wichtige Rolle dabei, eine Wohnatmosphäre wie zu Hause zu schaffen. Hauskater Luki sei bei allen sehr beliebt und scheine sich seiner Rolle und Bedeutung durchaus bewusst zu sein, bemerkte Schneider augenzwinkernd. Mitarbeitende dürften zudem ihre Hunde mitbringen, sofern diese geimpft seien, Menschen zugewandt begegneten und sich gerne streicheln ließen. „Es ist ein beeindruckendes Konzept“, bestätigte Diakon Martin Neukamm, Vorsitzender des Vorstands der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung.

Weitere Förderung für innovative Projekte in Aussicht gestellt

Dennoch werde kontinuierlich daran gearbeitet, bestehende Konzepte zu verbessern und neue Ansätze zu entwickeln, führte Schneider aus. Aktuell plane die Einrichtung, in der stationären Pflege eine digitale, KI-gestützte Tourenplanung einzuführen. Ziel sei es, mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner zu gewinnen und zugleich die Pflegekräfte zu entlasten.

Gerade für das Chiemgau-Stift Inzell seien solche Maßnahmen wichtig. Trotz vieler Vorteile und guter Voraussetzungen stehe die Einrichtung vor Herausforderungen. Dazu zähle insbesondere der ausgeprägte Fachkräftemangel in der Pflege in Verbindung mit der eher abgelegenen Lage in Inzell. Kämen längerfristige krankheitsbedingte Ausfälle hinzu, seien Überstunden, Mehrbelastungen und ein erhöhter Abstimmungsbedarf die Folge. Müssten Leiharbeitskräfte eingesetzt werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, entstünden innerhalb kurzer Zeit hohe Defizite. „Am Ende haben wir hohe Belastungsspitzen und unzufriedene Mitarbeitende“, so Schneider.

Eine digitale, KI-gestützte Tourenplanung könne dazu beitragen, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Nach ersten Ergebnissen wissenschaftlich begleiteter Modellprojekte seien rund 20 Prozent weniger administrativer Planungsaufwand, eine um zehn Prozent geringere Mitarbeitendenfluktuation und rund 15 Prozent mehr Betreuungszeit möglich, erläuterte Schneider. Davon könnten sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Mitarbeitenden profitieren. Für die Pflegekräfte seien damit mehr Planungssicherheit, eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine gerechtere Aufgabenverteilung verbunden. Digitale Anwendungen gehörten ohnehin bereits zum Arbeitsalltag, da die Pflegedokumentation schon seit Längerem digital erfolge.

„Genau solche Projekte, die neu entwickelt werden und dann auch in anderen Häusern umgesetzt werden können, will die Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung fördern“, betonte Stiftungsvorständin Heike Winkler und stellte eine Anschubförderung für 2027 in Aussicht.

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