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Die Veranstalter freuen sich über das positive Feedback. Von links: Stefan Schramm (IFD/EAA), Christiane Jung (IFD/EAA), Werner Fertl (Beauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung)

EAA – ein neuer Service für Arbeitgeber in Bayern

Damit Inklusion im Arbeitsleben gelingt

Arbeitgeber sind verpflichtet, einen bestimmten Anteil schwerbehinderter Menschen zu beschäftigen. Dazu erhalten sie tatkräftige Hilfe von sogenannten einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, kurz EAA. Wie im Teilhabestärkungsgesetz festgelegt, informieren, beraten und unterstützen Mitarbeitende der EAA Arbeitgeber bei der Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Aufgrund der Finanzierung über die Ausgleichsabgabe erfolgt dieser Service für Arbeitgeber unentgeltlich.

Informationen und Antwort auf konkrete Fragen: Die Teilnehmer nutzten die Veranstaltung zum Netzwerken.

Im Arbeitsagenturbezirk Traunstein, also den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Mühldorf und Altötting, beauftragte das Integrationsamt den Integrationsfachdienst (IFD) des Diakonischen Werks Traunstein e.V. mit dieser Aufgabe, der dafür eine personell und organisatorisch eigenständige Einheit innerhalb des IFD bildete. Seit Anfang des Jahres ist die EAA unter Telefon 0800 90 40 001 oder E-Mail ansprechstelle.oberbayern-suedost@eaa-bayern.de erreichbar. Bei einer Veranstaltung mit Vertretern von Ämtern, Behörden und Gemeindeverwaltungen informierten Verantwortliche des IFD und der Beauftragte für Senioren und Menschen mit Behinderung im Landkreis Traunstein, Werner Fertl, über das neue Angebot.

Die Zahlen sprechen für sich: Mit rund 170.000 Einwohnern leben im Landkreis Traunstein 14 Prozent mit einer anerkannten Behinderung, davon sind neun Prozent schwerbehindert. Ursachen und Art der Behinderung seien vielfältig, erläuterte Behindertenbeauftragter Werner Fertl. Sie reichten von einer Seh-, Hör- und Körperbehinderung über psychische und physische Erkrankungen bis hin zu einer unfallbedingten Schwerbehinderung. Aufgrund des demografischen Wandels der Gesellschaft nehme die Zahl der Menschen mit Behinderung weiter zu, so Fertl. Besorgniserregend sei in diesem Zusammenhang der Anstieg arbeitsloser Menschen mit Behinderung in Bayern um 13,6 Prozent. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und dafür zu sorgen, dass Inklusion im Arbeitsleben gelingt, kommt den neu geschaffenen EAA eine wichtige Bedeutung zu“, sagte Stefan Schramm von der EAA Traunstein. Zusätzlich zur Information, Beratung und Unterstützung durch die EAA gelte es ein Netzwerk der Arbeitgeber im Landkreis Traunstein aufzubauen und zu etablieren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei diese Veranstaltung, der zahlreiche Vertreter aus Gemeinden, Ämter und Behörden sowie auch freier Träger des Landkreises gefolgt sind.

Die Bedeutung eines solchen Netzwerkes zeigte sich im zweiten Teil der Veranstaltung, als die Teilnehmer an verschiedenen Infoständen wichtige Infos zur Integration von Menschen mit Behinderung ins Berufsleben erhielten. Jobcenter und Agentur für Arbeit, die Fachstellen für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung, die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), der Integrationsfachdienst und die Senioren- und Behindertenberatung des Landkreises gaben Auskunft und beantworteten Fragen aus dem Arbeitsalltag. Christiane Jung vom IFD erläuterte den Unterschied von EAA und IFD: Während sich die EAA konkret an Arbeitgeber richte und diesen mit Rat und Tat zur Seite stehe, vermittle der IFD zwischen Menschen mit Behinderung und Arbeitgeber und informiert über konkrete Leistungen und Zuschüsse. Beispielsweise wenn technische Hilfen am Arbeitsplatz benötigt werden, bei einem Mitarbeiter körperliche oder psychische Störungen auftreten, eine Arbeitsunfähigkeit plötzlich häufiger oder über längere Phasen auftritt oder das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber belastet ist. Die Unterstützung durch den IFD reiche dabei von einem einmaligen Kontakt oder einer einmaligen Auskunft und Beratung, bis zur längerfristigen Begleitung. Meist suchten Betroffene den Kontakt mit der Fachstelle. Art und Umfang der Hilfe orientiere sich immer am Bedarf der jeweiligen Person. Anhand eines Fallbeispiels schilderte Jung, wie mit Unterstützung des IFD bei einer Person eine stufenweise Wiedereingliederung nach einer schweren Krebserkrankung gelang.

Die Veranstaltung war gut organisiert und hat viele wichtige Impulse gegeben, ergab die Auswertung der Teilnehmer, die ihren Klebepunkt zu diesen Fragen alle unter das Pluszeichen setzten. „Nun gilt es, darauf aufzubauen und den neuen Service für Arbeitgeber vor allem bekannt zu machen“, unterstrich Stefan Schramm abschließend.

 

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