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Pfarrer Michael Väth, Fachbereichsleiter und Leiter der Fachakademie für Sozialpädagogik Traunstein, berichtet über Entwicklungen aus dem Fachbereich Schule und Bildung

Mitgliederversammlung des Diakonischen Werks Traunstein e.V.

Zum Beginn seiner Ausführungen zitierte Michael Väth aus dem Bildungskonzept der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern:
„Schulen und Internate in kirchlich-diakonischer Trägerschaft waren von jeher Ausdruck des Willens der evangelischen Kirche, eigene Vorstellungen schulischen Lernens zu entwickeln
und dort, wo Staat und Gesellschaft noch zögerten, Antworten auf neue drängende Bedürfnisse zu geben. Vor diesem Hintergrund ist und bleibt es für die ELKB eine wesentliche Aufgabe, in Form von Schulen und Internaten in kirchlicher Trägerschaft das eigene Bildungsverständnis modellhaft umzusetzen und damit künftig in Fragen zeitgemäßer Bildung und Erziehung wahr- und ernstgenommen zu werden.”
Als evangelischer Schulträger stellt sich auch das Diakonische Werk Traunstein die Frage, was Kinder brauchen, die in der heutigen Zeit eingeschult werden und im Jahr 2080 in Rente gehen. Nicht nur das Thema Digitalisierung und künstliche Intelligenz, sondern auch Themen wie der Klimawandel und eine bunter werdende Gesellschaft sind für künftige Bildungswege ausschlaggebend.
Digitalisierung entstand schon vor der Pandemie. Allerdings wurde durch die Pandemie klarer denn je, dass sich die Unterrichtsmethoden dadurch verändern. Plötzlich lernen beispielsweise Lehrkräfte von Studierenden, wie technische Anwendungen funktionieren. Lernen geschieht ko-kreativ in der gemeinsamen Suche nach Lösungen und deren Umsetzung.
Das Thema „Buntheit“ zeigt seine Herausforderung besonders in der Pandemie: Menschen, die besondere Zuwendung brauchen, finden diese in evangelischen Schulen bei toleranten, sozial motivierten Menschen. Buntheit entsteht beispielsweise auch durch neue Lernlandschaften in Schulen. Verschiedene Jahrgangsstufen teilen sich einen Marktplatz und gliedern ihre Klassenräume um den gemeinsamen Ort. So wird es aktuell im Wilhelm-Löhe-Förderzentrum geplant.
In der Fachakademie Mühldorf gibt es ein beneidenswertes grünes Umfeld, das als Open-Air-Klassenzimmer genutzt wird, wenn es die Witterung zulässt.
Beide Fachakademien pflegen ihren Blick in die Welt: Studierende der Fachakademie Mühldorf engagieren sich beispielsweise in Südafrika. Studierende der Fachakademie Traunstein haben durch eine Kooperation mit der Mission EineWelt der Evangelischen Landeskirche die Möglichkeit eines einjährigen Auslandspraktikums in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.
Das Thema Gebäude steht derzeit nicht nur im Wilhelm-Löhe-Förderzentrum im Mittelpunkt. Durch die Bildungsreform der Fachakademien entfällt künftig der Abschluss „staatlich geprüfte*r Kinderpfleger*in“. Die Erzieherausbildung wird dafür auf vier Jahre Ausbildungszeit reduziert. Vor der Hauptausbildung erfolgt künftig ein vorgeschobenes Praxisjahr. Durch diese Reform entstehen Doppeljahrgänge, wodurch zusätzliche Räume organisiert werden müssen, die derzeit nicht vorhanden sind.
Bei all den aktuellen Herausforderungen und der täglichen Arbeit tragen den Fachbereich folgende fünf inhaltliche Säulen:
• Freiheit leben
• Verantwortung übernehmen
• Verschiedenheit nutzen
• Achtsamkeit pflegen
• Gottes Zuwendung erfahren
Lernen ist ständige Beziehungsarbeit. Die Unterschiedlichkeit der Menschen erleben wir dabei als ein Geschenk Gottes.

 

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