
Lebenshilfe-Kurzzeitpflege kommt im Wilhelm-Löhe-Heim unter
Lebenshilfe findet schnelle Übergangslösung im Wilhelm-Löhe-Heim Traunreut
Traunreut. Die Lebenshilfe Traunstein suchte für ihre Kurzzeitpflege in Traunreut für einen vorübergehenden Zeitraum geeignete Räumlichkeiten und wurde beim Wilhelm-Löhe-Heim der Diakonie fündig. In Absprache mit der Heimleitung konnte in überraschend kurzer Zeit eine tragfähige Lösung gefunden werden. Seit 19. Januar gibt es nun acht Plätze für Kurzzeitpflege der Lebenshilfe im Nordbau des Löhe-Heims.
Bisher war die Kurzzeitpflege der Lebenshilfe neben der Frühförderung und drei Wohngruppen im Haus Pertenstein in der Salzburger Straße untergebracht. Dieses Haus wird jedoch abgerissen und es entsteht ein Neubau an gleicher Stelle. Dringend suchte die Lebenshilfe daher im vergangenen Jahr nach einer Zwischenlösung und vorübergehenden Unterkunft für die zweijährige Bauzeit.
Als eine ihrer letzten Amtshandlungen kurz vor der Verabschiedung in den Ruhestand nahm Lebenshilfe-Geschäftsführerin Annemarie Funke im August das Gespräch mit Nina Dötterl, Leiterin des Wilhelm-Löhe-Heims, auf und wollte wissen, ob es auf dem Gelände vielleicht eine Möglichkeit für die Kurzzeitpflege gebe. Im „Dr.-Johannes-Heidenhain-Gebäude“, im Volksmund „Nordbau“ genannt, musste schon einige Zeit davor eine Wohngruppe aus verschiedenen Gründen geschlossen werden und Nina Dötterl stand dem Ansinnen der Lebenshilfe offen gegenüber. Die Räumlichkeiten passten weitgehend, allerdings ist für die Kurzzeitpflege ein Pflegebad essentiell wichtig, da oftmals Kinder oder Erwachsene mit schwerst-mehrfacher Behinderung das Angebot der Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Der Einbau eines solchen Bades war Voraussetzung. Aus zwei vorherigen kleineren Bädern sollte ein großes Pflegebad geschaffen werden.
In kürzester Zeit konnten nicht nur die Genehmigung für die neue Nutzung der Räumlichkeiten, sondern auch die Planung und der Umbau realisiert werden. Nachdem die Heimaufsicht schon im September grünes Licht gab und auch das Landratsamt Traunstein eine rasche Genehmigung ausstellte, konnte bereits Anfang November mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Daran waren zehn Gewerke beteiligt und Firmen aus der Region übernahmen die Arbeiten, die alle reibungslos und ohne Verzögerung durchgeführt wurden. Mitte Januar war alles fertig und die Räume konnten bezogen werden.
Entgegen der 17 Plätze, die die Kurzzeitpflege bisher im Haus Pertenstein zur Verfügung stellen konnte, gibt es jetzt nur noch acht Plätze für kleine und große Gäste. Dennoch ist Sebastian Heilmayr, Leiter Familienentlastender Dienst der Lebenshilfe Traunstein, sehr froh über die Übergangslösung und betont: „Alle fühlen sich sehr wohl hier, das Team und die Gäste. Wir wurden sehr positiv aufgenommen.“
Nina Dötterl war es wichtig, dass das Angebot der Kurzzeitpflege unbedingt auch während der Zeit des Neubaus am Haus Pertenstein erhalten bleibt, und sie betont: „Soziale Verantwortung endet nicht an Trägergrenzen.“ Sie lobt die gute Kooperation in diesem Fall zwischen Lebenshilfe und Diakonie und meint: „Alle profitieren davon.“ Die Jugendlichen des Heimes würden den inklusiven Gedanken schon vom Löhe-Zentrum und den hier betreuten Kindern mit unterschiedlichem Förderbedarf kennen. Die neuen Gäste in der Kurzzeitpflege hätten sie mit großem Interesse aufgenommen. 60 bis 70 Familien nutzen laut Sebastian Heilmayr das Angebot der Kurzzeitpflege regelmäßig, um selber ein wenig ausspannen zu können, während die Verwandten mit Behinderung bestens versorgt und behütet werden.
Auch Helmut Obermayer vom Bauwesen der Diakonie Traunstein ist begeistert, weil alles von der Planung bis zur Fertigstellung „außergewöhnlich gut geklappt“ hat und in kürzester Zeit fertiggestellt werden konnte.
Das Dr.-Johannes-Heidenhain-Gebäude und das benachbarte Kurt-Klein-Haus, „Südbau“ genannt, wurden am 25. Juli 1973 eingeweiht. Im Jahr 2019 erfolgten letztmals umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, in dessen Rahmen beispielsweise Mehrbettzimmer der Kinder und Jugendlichen in Einzelzimmer umgewandelt wurden.
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