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Sie alle freuen sich über das zehnjährige Bestehen der therapeutischen Wohngruppe Kammer (von links) Ronny Markert, Andreas Kovacs vom SPZ, Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner, Laura Kendler, seit Juni Leiterin der Wohngruppe, Margarete Winnichner, Diakonie Geschäftsführer Andreas Karau und Mathias Kunz.
Sie alle freuen sich über das zehnjährige Bestehen der therapeutischen Wohngruppe Kammer (von links) Ronny Markert, Andreas Kovacs vom SPZ, Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner, Laura Kendler, seit Juni Leiterin der Wohngruppe, Margarete Winnichner, Diakonie Geschäftsführer Andreas Karau und Mathias Kunz.

10 Jahre therapeutische Wohngruppe Kammer

Hier wird Jugendlichen geholfen, ihr Leben zu meistern

Kammer/Traunstein. Seit zehn Jahren besteht die therapeutische Wohngruppe Kammer des Diakonischen Werkes Traunstein, in der bis zu sechs Jugendliche mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen aufgenommen werden können. Sie erhalten dort ein umfangreiches pädagogisches und therapeutisches Angebot mit dem Ziel einer Stabilisierung und Verselbständigung sowie, falls möglich und sinnvoll, einer Rückführung in die Herkunftsfamilie. Aktuell wohnen drei Mädchen und ein Bub in der Gruppe.

24 Stunden täglich und sieben Tage die Woche werden die Jugendlichen in dem Wohnhaus in Kammer betreut und leben gemeinsam mit ihren Erzieherinnen wie in einer Familie. Sie haben eine feste Tagesstruktur, besuchen Schulen in der Nähe, kochen und essen zusammen und verbringen ihre Freizeit gemeinsam. Zum Leben in der Wohngruppe gehören aber auch verschiedene Therapien, in denen die Eltern der Jugendlichen mit einbezogen werden und systemische Familienarbeit betrieben wird.

Wie Ronny Markert, Geschäftsbereichsleiter Wohngruppen Jugendhilfe in der Diakonie, bei einer kleinen Feier anlässlich des Jubiläums betonte, war es vor über zehn Jahren alles andere als einfach, ein geeignetes Objekt zu finden. Nachdem es seit 2009 bereits im Haus Elisabeth in Traunreut eine therapeutische Wohngruppe für Kinder gab, habe das Jugendamt angefragt, ob man nicht auch für Jugendliche eine solche einrichten könnte. Margarete Winnichner war zu der Zeit Fachbereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie und setzte alles daran, ein geeignetes Haus zu finden. Mit Hilfe des damaligen Traunsteiner Oberbürgermeisters Manfred Kösterke wurde man schließlich in Kammer fündig. Die anfänglichen Ängste der Nachbarn, was da auf sie zukommen mag, konnten in einer Bürgerversammlung weitgehend ausgeräumt werden. In den zurückliegenden zehn Jahren wurden insgesamt 36 Jugendliche über einen längeren oder kürzeren Zeitraum begleitet. Der Großteil davon stammte aus dem Landkreis Traunstein, es kamen aber auch Bewohner aus München oder Nordbayern. „Unsere Aufgabe ist es, die Jugendlichen auf dem Weg in ihre Selbstständigkeit zu begleiten, ihnen zu helfen, ihr Leben zu meistern“, erklärte Ronny Markert. Manche von ihnen kehrten in die eigene Familie zurück, andere nähmen sich, wenn sie alt genug sind, eine eigene Wohnung. Erfreulich sei es immer, wenn ehemalige Bewohner erfolgreich eine Berufsausbildung absolvieren und sich im Leben gut zurechtfinden.

Mathias Kunz, Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie, lobte vor allem das Team in der Wohngruppe Kammer: „Es gehört viel Motivation zu dieser Arbeit.“ Die Mitarbeiterinnen seien mit ganz viel Herzblut bei der Arbeit und nähmen die Kinder, so wie sie sind, „auch wenn sie mal mit einem Verkehrsschild nach Hause kommen“, erinnerte Kunz augenzwinkernd an einen Vorfall. Es sei wichtig, Brücken zu bauen, denn „das sind unsere Kinder, sie sind unsere Zukunft“.

Nach einem Einblick in den üblichen Tagesablauf in der Wohngruppe, wurden Aussagen ehemaliger Elternteile und Jugendlicher zitiert. Eine Mutter beispielsweise gab zu, an ihrer Grenze gewesen zu sein. Durch den Umzug in die Gruppe sei ihr und ihrem Kind geholfen worden. Eine andere Mutter meinte, wenn ihr Sohn weiterhin zuhause geblieben wäre, „wäre er heute nicht so weit wie er ist“, und eine weitere: „Mein Kind ist stark geworden.“ Auch ehemalige Jugendliche kamen zu Wort: „Ich habe mich willkommen gefühlt und bin selbstständig geworden“. Oder: „Ich habe gelernt, mit Frustrationen umzugehen und ich habe Kochen gelernt.“ Dass es nicht immer leicht gewesen ist, kam auch zur Sprache, aber: „Egal, wie schwierig es teilweise war, ich habe es geschafft.“

Bedankt haben sich Ronny Markert und Mathias Kunz nicht nur beim Team, sondern auch bei Margarete Winnichner, die die Entstehung der Gruppe überhaupt ermöglicht hat, der Stadt Traunstein, vertreten durch die zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner, und beim SPZ am Traunsteiner Klinikum, mit dem eine enge Zusammenarbeit bestehe, vertreten durch Andreas Kovacs. Zur Feier waren außerdem Nachbarn eingeladen und die Pfarrei Kammer, die erklärten, es sei schön, dass es im Ort diesen Platz für Jugendliche gibt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Chor Kaleidoskop aus Traunreut mit passenden Liedern wie beispielsweise „I am what I am“. – mix

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