„Man kann durchaus etwas bewegen“
Diakonie-Förderstiftung: Gabriele Haitzer-Mader neue Vorsitzende – Gottfried Stritar und Fritz Stahl verabschiedet
Seit dem Jahr 2000 gibt es die Förderstiftung des Diakonischen Werks Traunstein und von Anfang an waren Gottfried Stritar und Fritz Stahl nicht nur dabei, sondern ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende.
Nun gaben sie ihre Ämter ab und Gabriele Haitzer-Mader, selber ein langjähriges „Diakonie-Gewächs“, ist neue Vorsitzende. Zusammen mit Andreas Karau, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Traunstein, leitet sie als in Traunstein geborener Vorstand künftig die Geschicke der Stiftung.
Die Idee zur Gründung einer Förderstiftung entstand zeitgleich mit der Einführung des Dietrich-Bonhoeffer-Preises, den das Diakonische Werk seit 2004 im zweijährigen Rhythmus verleiht. Wie sich der frühere Dekan Gottfried Stritar erinnert, wurde für den Preis, den er initiiert hatte, ein Träger gesucht, und der damalige Diakonie Geschäftsführer Georg Kohler schlug vor, eine Stiftung zur Finanzierung zu gründen.
Interesse am Bonhoeffer-Preis ist groß
Der Bonhoeffer-Preis wird an junge Menschen verliehen, die sich auf besondere Art und Weise sozial engagieren und für andere Menschen einsetzen. Mit der Schule Schloss Stein, die schon damals, Anfang der 2000er Jahre, verschiedene soziale Projekte durchführte, begann es. Die Schule bekam dann auch 2004 als eine der ersten einen Preis für das „Sozialdienstprojekt für alte Menschen in Traunreut“.
Als schönes Beispiel der Nachhaltigkeit erwähnt Gabriele Haitzer-Mader etwa die Hauptschule Berchtesgaden, die 2005 den Bonhoeffer-Preis erhielt, weil sie Streitschlichter an der Schule einführte. „Heute gibt es solche Streitschlichter an jeder Schule“, so die Vorsitzende.
Das Interesse an der Auszeichnung ist groß. „Inzwischen gibt es kaum eine Schule im Dekanat, die noch nicht beim Bonhoeffer-Preis mitgemacht hat“, freut sich Gottfried Stritar.
Seine Idee damals bei der Einführung war es, „einen Preis zu schaffen, der das soziale, menschliche, demokratische Profil von Schülern stärkt“. Der damalige Oberbürgermeister von Traunstein, Fritz Stahl, war zuvor schon im Kuratorium der Diakonie und konnte gleich als Mitstreiter für die Stiftung gewonnen werden. Neben dem kirchlich-diakonischen Aspekt des Dekans brachte Stahl seine Menschenkenntnis und Erfahrung aus der Kommunalpolitik mit ein.
Gabriele Haitzer-Mader war 26 Jahre beim Diakonischen Werk beschäftigt, zunächst als Controllerin und ab 2010 in der Personalleitung.
2020 ging sie in den Ruhestand und ist nun seit wenigen Wochen Vorstandsvorsitzende der Förderstiftung mit dem fünfköpfigen Stiftungsrat.
Unbürokratische Hilfe für in Not geratene Menschen
Neben dem Bonhoeffer-Preis hat die Förderstiftung in der Satzung auch festgelegt, dass mit den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen außerdem Menschen geholfen wird, die durch das soziale Netzwerk fallen oder auf irgendeine Art und Weise Hilfe benötigen. Unterstützt werden benachteiligte, alte oder psychisch kranke Menschen, in Not geratene Familien sowie Kinder und Jugendliche, die auf Hilfe angewiesen sind. Immer wieder werden Förderanfragen an die Stiftung herangetragen, die dann relativ unbürokratisch besprochen und ausbezahlt werden.
Von einer jüngsten Einzelfallhilfe berichtet Gabriele Haitzer-Mader: Eine alleinerziehende Mutter, die sich für ein Fernstudium angemeldet hatte, konnte die Studiengebühren nicht bezahlen und erhielt rasche Hilfe von der Förderstiftung.
„Schon geringe Beträge können oft helfen“, weiß sie. Ein Meilenstein in der Geschichte der Stiftung, wie es Andreas Karau nennt, war 2014, als die Förderstiftung Liegenschaften in Traunstein von der evangelischen Kirchengemeinde kaufen konnte und seitdem Erträge aus deren Vermietung bezieht. Konnte man davor noch von den Zinsen des anfangs 300.000 D-Mark hohen Stiftungsvermögens die Hilfen finanzieren, wurde das mit dem Fallen der Zinsen unmöglich. Das Angebot der Kirchengemeinde kam da gerade recht. Gleichzeitig erhält die Stiftung ab und zu auch Geld aus Nachlässen.
Fritz Stahl fasst seine Zeit als ehrenamtlicher Vorstand zusammen:
„Man kann durchaus etwas bewegen!“
Und für Gottfried Stritar ist es vor allem wichtig, dass mit dem Bonhoeffer-Preis junge Menschen dazu motiviert werden, sich zu engagieren, dies sei „Demokratie fördernd“ und gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. Man dürfe nicht immer nur reden, sondern müsse auch etwas tun, findet Andreas Karau und bedankt sich bei den beiden ausscheidenden Vorständen für die stets „konstruktiv kritischen, fairen und gerechten Entscheidungen“. Für ihn sei es eine Ehre gewesen, mit den beiden Herren in der Förderstiftung zusammen zu arbeiten.
– mix
