"Noch nie hatten wir so junge Preisträger", sagte Margarete Winnichner, 2. Vorsitzende des Diakonischen Werks Traunstein e.V. und für die Organisation des Dietrich Bonhoeffer Preises verantwortlich, zu Beginn der Preisverleihung. Die Jury war von den Aktionen so beeindruckt, dass sie 2007 den zweiten und den dritten Preis gleich zweimal vergab.
Preisträger 2007
1. Preis - 1.000 EUR

Der 1. Preis, dotiert mit 1.000 Euro, wurde den Schülerinnen und Schülern der Berufsschule I in Traunstein für das Projekt
"Aktion eine Welt und Not im eigenen Land"
verliehen. Das Projekt wird bereits seit 1980 mit großem Erfolg durchgeführt, Initiator war Dr. Burkhard Peters. Mit viel Kreativität wird Jahr für Jahr Geld für soziale Zwecke gesammelt, stolze 170.000 Euro kamen so in 27 Jahren zusammen. Ursprünglich für die so genannte "Dritte Welt" bestimmt, werden die Beträge seit 1982 für "Eine Welt und die Not im eigenen Land" verwendet.
Aufgrund einer Terminüberschneidung konnte der Preis leider nicht von den Schülern in Empfang genommen werden, die an dem Projekt im vergangenen Jahr mitgearbeitet haben, doch die verantwortlichen Lehrkräfte vertraten sie ausgezeichnet.
2. Preis - 500 EUR

Der 2. Preis wurde heuer zweimal verliehen:
An die Schülerinnen und Schüler des Wilhelm Löhe Förderzentrums Traunreut für das Projekt
"Schiebekinder"
Im Wilhelm Löhe Förderzentrum Traunreut haben behinderte Kinder der Schule das Projekt "Schiebekinder" eingeführt, wie Lehrerin Monika Rieder berichtete. Über ein ganzes Schuljahr hinweg kümmern sich die Kinder, die selber gehen können, um solche Schulkameraden, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Sie holen sie ab, fahren sie spazieren, kümmern sich in der Pause um sie und übernehmen so Mitverantwortung. Stellvertretend für alle nahmen Michael, der im Rollstuhl sitzt, und Johannes, der sich um ihn bemüht, an der Ehrung teil.
Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Grassau erhielten den 2. Preis für das Projekt
"Schüler für Schüler"
Dabei haben praktisch alle rund 600 Kinder der Schule zu laufen angefangen. Und zwar haben sie versucht, auf ihrer Laufbahn so viele Kilometer wie möglich zurück zu legen; denn Sponsoren hatten sich verpflichtet, pro gelaufenen Kilometer eine gewisse Summe zu spenden - an die UNICEF und an eine afrikanische Partnerorganisation. Bei der Ehrung erzählten die Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Lehrer und Projektleiter Michael Weber, dass es darüber hinaus an der Schule viele weitere Projekte gibt, wie ein Umweltprojekt (Verkauf von umweltfreundlichen Heften), zudem ein Schüler-für-Schüler-Café, mit dem ein Patenkind im Senegal unterstützt wird, eine organisierte Nachhilfe für die Kleineren, eine „Pausenkiste“ mit Spielzeug für die Jüngeren, eine Pausenbetreuung und schließlich auch noch einen freiwilligen Sozialdienst, etwa im Altenheim.
Insgesamt 85 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an dem Projekt. Schülerin Julia sagte bei der Preisverleihung: "Im Namen aller: Es ist eine Ehre für uns, den Preis zu erhalten. Vielen Dank dafür."
3. Preis - 300 EUR
Auch der 3. Preis wurde heuer zweimal verliehen, er ging an die Volksschule Surberg für das Projekt
"Fastenaktion zugunsten der Traunsteiner Tafel"
In der Volksschule Surberg kamen bei einer dreiwöchigen Fastenaktion 500 Euro in Bargeld und erhebliche Sachspenden zusammen, die an die Traunsteiner Tafel gegeben wurden. Dort werden derzeit Woche für Woche über 250 Personen unterstützt, indem sie kostenlos Lebensmittel erhalten.
Wie Schulleiter Alexander Fietz berichtete, entstand diese Idee auf Anregung der stellvertretenden Elternbeiratsvorsitzenden Michaela Eibl. Bei einem "Lese-Marathon" fanden sich Sponsoren, die pro gelesenes Buch einen Betrag spendeten. Und auch die Kinder selber verzichteten auf so manche Ausgabe und legten Geld in die im Schulhaus aufgestellten, schön dekorierten Spardosen.
Alexander Fietz freute sich über die zusätzlich Motivation zum sozialen Engagement, die der Gewinn des Preises auslöst: "Es ist wunderbar zu spüren, dass Engagement wahrgenommen wird und etwas ankommt."
Ebenfalls den 3. Preis erhielten die Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums Burghausen für vier Projekte:
"Aktion Volltreffer", "Eine-Welt-Projekt", "Aktion Sterntaler", "Benefizparty zugunsten der Balu-Krebshilfe"
In Burghausen liefen gleich vier Aktionen gleichzeitig. Ein Projekt widmete sich der Kinderkrebshilfe: Aus einer Benefizparty mit drei Bands und der von den Schülern dabei organisierten Verpflegung kam dank vieler Sponsoren ein Betrag von 2250 Euro zustande. Mit der Aktion "Volltreffer" wird die Resozialisierung von ehemaligen Kindersoldaten in aller Welt unterstützt; es werden Heime gefördert, in denen ihnen durch schulische und berufliche Ausbildung sowie durch psychologische Betreuung der Weg zurück in ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden soll. Mit Infoständen bei der Kunstnacht und mit verschiedenen Konzerten wurden dabei über ein Jahr hinweg 3500 Euro erwirtschaftet.
In der Vorweihnachtszeit wurde ein Weihnachtsbasar organisiert, mit Verkauf von selbst gebastelten Artikeln und Flohmarktartikeln: Dessen Erlös ging an den Förderverein "Hogar Don Bosco", der sich die Hilfe für bolivianische Waisen- und Straßenkinder zur Aufgabe gemacht hat. Schließlich unterstützten die Schüler auch noch eine Familie in der Umgebung. In der Mensa wurde ein Plakat aufgehängt und jeder Schüler und Lehrer, der einen Geldbetrag spendete, klebte als Zeichen dafür einen Stern darauf. In kurzer Zeit kamen so rund 500 Euro zusammen, mit denen der Familie, in der die Mutter gestorben war, für eine Übergangszeit eine Dorfhelferin finanziert werden konnte.


